Auf nach Schweden!

Christian Fast als Österreichs Fanvertreter in Malmö!

Der glühende Fußballfan aus unserem „Sport für alle-Eventteam“ hatte die große Ehre, als offizieller Vertreter die rot-weiß-roten Fahnen für Fußballfans mit Behinderung beim Europäischen Fußballfans-Kongress zu vertreten.

 

Die Organisation Football Supporters Europe veranstaltet alle 2 Jahre den European Football Fan Congress (EFFC – mehr Infos unter EFFC 2025). Heuer stand dieser unter dem Schwerpunkt „Fußballfans mit Behinderung“, was sich vor allem in der Kick-Off Veranstaltung des Disability and Inclusion Fan Networks zeigte. Es freut uns, dass unser Teilnehmer Christian Fast als Österreichs Fußballfanvertreter mit Behinderung an diesem internationalen Event im schwedischen Malmö teilnehmen konnte. Der 32-Jährige sitzt im Rollstuhl und ist seit seiner Kindheit Fußballfan und glühender Anhänger des SK Sturm Graz. Fabian Karrer von „Sport für alle“ konnte nach seiner Rückkehr mit ihm über seine erlebnisreiche Reise reden.

Du warst jetzt in Schweden bei der internationalen Fan-Konferenz.

Ja beim EFFC, dem European Football Fan Congress.

 

 

Genau. Aber fangen wir einmal anders an. Wann bist du Fußball Fan geworden?

Seit ich 5 Jahre alt bin und ich bin Fußball Fan geworden, weil mein Papa auch fußball-fanatisch ist und ich habe es quasi mit der Muttermilch mitbekommen.

 

 

Na dann hilft es ja nichts (lacht).

Und es war schön, da als Österreich-Vertreter dabei zu sein. Ich habe gemerkt, wir müssen auch mehr zu schätzen wissen, was wir in Österreich für Stadien haben. In England und Spanien gibt es viele Stadien, da kommt man teilweise als Mensch mit Behinderung gar nicht hinein.

 

 

Auch in den oberen Ligen?

Ja, da war ich am meisten überrascht, weil sie haben z. B. Fanvertreter aus Liverpool gehabt, da sagte einer ich komme mit meinem Rollstuhl überhaupt nicht hinein, ich muss alle Spiele zuhause erleben. Seit ich das weiß fühle ich mich doch als glücklicher Mensch mit Behinderung, der seine fixe Karte hat und immer die Spiele anschauen kann. Das hat mir viel gebracht, es schätzen zu lernen wie es in Österreich zugeht. Und was ich auch noch erwähnt habe in Malmö ist beim Thema Stadion in Graz die Parkplatz-Situation.

 

 

Ja das Problem kennen wir. Wie lange warst du dann in Schweden?

[…] Von Mittwoch bis Samstag. Am Mittwoch bin ich hingeflogen. Donnerstag und Freitag war dann der Kongress und Samstag bin ich heimgeflogen.

 

Sehr cool. Wie bist du dazu gekommen dorthin zu fliegen?

Der Thomas (Anm. Jäger) hat mich angesprochen. Die Organisatio fairplay aus Wien, die schon lang in der europäischen Fanarbeit aktiv ist, hat bei „Sport für alle“ angefragt, dass noch ein Fanvertreter mit Behinderung aus Österreich gesucht wird für diesen Kongress und Thomas hat gleich an mich gedacht. Dadurch, dass meine Mama Englischlehrerin war hat sie mich da auch unterstützen können. Aber ich habe dann schon zuhause probiert etwas Englisch zu reden. Ich habe mich dann sehr wohl gefühlt in diesen 2 Tagen, dass ich auch ohne Probleme ein bisschen geredet habe.

Man kommt ein bisschen rein, wenn man es mehr braucht. Wie hast du es empfunden? War das ganze für die Menschen mit Behinderung gut organisiert?

Ja, es war sehr gut organisiert. Wir hatten immer fein zu essen und auch tolle Gespräche. Ich muss auch sagen die Menschen in Schweden sind sehr freundlich. Wenn man da Probleme hat, wird einem geholfen und was ich auch dazu sagen muss, Malmö ist – was ich gesehen habe – bei den Gehsteigen z. B. alles ohne Barrieren.

 

 

Also auch die Stadt ist sehr barrierefrei?

Ja.

 

 

Was in dann alles auf der Tagesordnung gestanden?

Du kannst es dir so vorstellen. Wir saßen alle an runden Tischen und es gab Vorträge auf der Bühne und wir haben dann die Probleme, die es im Stadion gibt noch in Kleingruppen besprochen. Da war ich zum Beispiel mit einem Fußballfan-Kollegen aus der Schweiz, aus Litauen und Polen zusammen. […] Mit einer Kollegin aus Berlin habe ich auch die Nummern ausgetauscht. Das finde ich sehr cool. In Berlin gibt es vier Personen, die sich einfach nur anschauen, wie die Stadien ausschauen, wie es mit der Barrierefreiheit ausschaut. Die Treffen sich immer wieder.

 

 

Das ist ja dann eigentlich auch genau das, was wir mit „Sport für alle“ machen wollen.

Genau. Deswegen ist auch gut, wenn wir uns da mit anderen Leuten vernetzen.

 

 

Absolut. Habt ihr euch dort dann ein Fußballspiel auch noch angeschaut?

Ja, es gab die Möglichkeit, aber das habe ich mir dann geschenkt, denn ich war zu müde. Weil beim Kongress alles auf Englisch war, musste ich mich sehr konzentrieren, um alles zu verstehen. Das war dann doch sehr anstrengend.

 

Das ist dann auch verständlich. Ist zukünftig wieder so ein Treffen geplant?

Ja, in 2 Jahren soll es in Rom den nächsten EFFC geben. Der letzte fand vor 2 Jahren in Manchester statt, jetzt eben Malmö.

 

 

Kannst du dann auch wieder dabei sein?

Das kann ich noch nicht sagen. Aber wir haben uns fest vorgenommen, wir wollen in Kontakt bleiben und uns online wieder sehen und uns austauschen. Jetzt geht es dann halt an die Umsetzung.

Ja, theoretisch wurde ja einiges besprochen. Soll das dann ein UEFA-Regelwerk werden oder wie schaut das aus?

Es waren Leute von der UEFA dabei, die haben auch fleißig mitgeschrieben. Aber bei der Umsetzung bin ich noch ziemlich gespannt, wie das läuft. Und ob wir das in Österreich dann überhaupt merken. Weil ich auch gemerkt habe, wir jammern immer auf hohem Niveau. Jetzt wo ich gehört habe, wie es in anderen Stadien ist und teils Menschen mit Behinderung gar nicht dazu kommen.

Es ist schon spannend, dass es auch große Vereine mit viel mehr Geld nicht schaffen.

Ja, ich war vor allem von England überrascht. Da habe ich schon geglaubt, die haben so viel Platz und Geld, dass sie die Plätze gut barrierefrei gestalten können. Da hab ich mich wohl getäuscht.

 

 

Ja, das hätte ich wohl auch geglaubt. Chris danke für die Zeit.

Gerne.

Wer Unterstützung für Sportevents sucht, kann sich gerne an das „Sport für alle“ Team wenden:

 

sport@lebensgross.at
0043 676 84 52 78 685

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