Bildungsreise nach Berlin

Ein Blick in die Zukunft für Randkunst

Wie können Ateliers zu offenen Orten werden, an denen Kunstschaffende mit und ohne Behinderungen selbstverständlich zusammenarbeiten? Und was braucht es, damit Kunst nicht nur entsteht, sondern auch sichtbar wird? Fragen, mit denen sich die Randkunst-Graz-Mitarbeiterinnen Daniela Schwarz, Helga Enzi und Katharina Dablander bereits seit einiger Zeit beschäftigen. Um neue Antworten darauf zu finden, reisten die drei nun nach Berlin.

Dort besuchten sie unter anderem die Thikwa-Werkstatt und die Kunstwerkstatt Mosaik, tauschten sich mit Kolleg:innen aus und sammelten Ideen für die Weiterentwicklung von Randkunst in Graz.

Kunst steht im Mittelpunkt

Besonders beeindruckt hat das Team die konsequente künstlerische Ausrichtung der Ateliers. „Die Menschen werden dort einfach als Kunstschaffende gesehen. Ihre Arbeiten werden professionell präsentiert und genauso ernst genommen wie andere zeitgenössische Kunst“, erzählt Daniela Schwarz.

Auch die offenen Arbeitsräume und die Möglichkeiten, unterschiedliche Techniken auszuprobieren, blieben in Erinnerung. Künstler:innen bekommen Zeit und Raum, ihren eigenen Weg zu entwickeln. „Man hat gespürt, dass die Menschen wirklich ihren eigenen künstlerischen Weg gehen können. Die Begleitung unterstützt diesen Prozess, aber sie bestimmt ihn nicht“, sagt Helga Enzi.

Raus aus dem Atelier

Ein weiterer wichtiger Eindruck: Die Ateliers sind eng mit der Berliner Kunst- und Kulturszene vernetzt. Ausstellungen und Kooperationen sorgen dafür, dass die Werke außerhalb der Einrichtungen sichtbar werden. „Wir haben sehr viel für uns mitgenommen. Gleichzeitig wurden wir darin bestätigt, dass wir bei Randkunst bereits eine gute Basis haben, auf der wir aufbauen können“, sagt Katharina Dablander.

Die Vision: ein offenes Atelier in Graz

Diese Basis möchte das Team weiterentwickeln. Die Vision: ein offenes Atelier in Graz, in dem Kunstschaffende mit und ohne Behinderungen arbeiten, voneinander lernen und gemeinsame Projekte entwickeln. Ein Ort für Kunst, Workshops, Ausstellungen, Kooperationen und Begegnungen – und ein selbstverständlicher Teil des kulturellen Lebens der Stadt.

„Unsere Vision ist ein lebendiger Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen und Kunst entsteht. Ein Atelier, das offen ist – für neue Ideen, für Begegnungen und für die Stadt.“
Einen ersten Schritt gibt es bereits: Bei der inklusiven Workshop-Reihe „Mach&Mal“ öffnet Randkunst das Atelier für alle Interessierten. Vorkenntnisse braucht es keine, jede Idee hat Platz.

 

 

Nächster Workshop-Termin: 11. September, 14:00 bis 17:00 Uhr, Atelier Randkunst Graz, Anzengrubergasse 8/1.

 

 

Besuchte Ateliers und Werkstätten in Berlin:

 

Fotos: Dablander

Die Reise wurde im Rahmen eines Erasmus-Mobilitätsprojekts
durchgeführt und von der EU kofinanziert.

 

button-up-scroll